Endlich war es also soweit. Nach dem wegen starkem Regen abgesagten Spiel Thun : Sion konnte der FC Thun auch in die Meisterschaft eingreiffen. Als erster ASL-Club, durften die Thuner in der neuen Maladiere zu Gast sein. Es ist ein schmuckes Stadion geworden! Einige Bilder davon werden noch folgen. Für meinen Geschmack dominiert zwar die Farbe rot doch etwas zu stark. Die Wände sind rot, die Innenverkleidung des Daches ebenso und natürlich auch die Sitze. Etwas abwechslung in den Clubfarben hätte hier gut getan. Ja nu, seis drum. Schade war, dass nicht mehr als 5500 Zuschauer den Weg nach Neuenburg gefunden hatten. Der Thuner Fansektor war aber gut gefüllt!
Wir umrundeten zuerst einmmal das Stadion um einen Eindruck zu gewinnen. Die Schwester meiner Freundin hatte unsere Tickets zusammen mit ihrem Freund bereits am Montag abgeholt. So konnten wir uns das lange anstehen an der Kasse ersparen. Dafür musste man sich in langer Geduld üben, wenn man sich eine Wurst einverleiben wollte. Wie üblich sind die Mitarbeiter in Stadienwurstbuden unfähig und saumässig langsam. Während die anderen sich der langen Schlange anschlossen, schnappte ich mir ein Bier an einer separaten Schänke und ging mir das Einlaufen anschauen.
Pünktlich um 19.45 Uhr pfiff der Schiedsrichter die Partie dann endlich an. Lange, lange mussten wir Thuner uns auf den Saisonstart gedulden. Aber wir wurden dafür durch ein frühes Tor entschädigt! Ari Nyman schnappte sich kurz nach der Mittellinie den Ball, lief von der Xamax-Abwehr unbeheligt auf das Gehäuse zu und drückte ab. Zur Freude aller mitgereisten Thuner zappelte der, zwar platzierte aber dennoch schwach geschossene, Ball im Netz! Zubi, der Nationalgoalie der Schweiz (…), sah wiedermal sehr alt aus. Einen so schwachen Schuss muss man, bei freier Sicht notabene, einfach halten. Uns konnte es natürlich recht sein. Das Spiel war bis dahin recht ausgeglichen. Xamax hatte zwar bereits in der siebten Minute ein Tor erzielt, dies wurde aber - korrekterweise - wegen Offside nicht gegeben werden. Dies sollte übrigens die einzig gute Tat des Schiedsrichters gewesen sein. Ansonsten pfiff er, auf beiden Seiten, einen riesen Mist zusammen. Wobei er die Thuner aus meiner Optik in diversen Situationen doch klar benachteiligte.
Von nun an rannte Xamax mehr oder weniger an. Thun beschränkte sich aufs Kontern. Diese wurden meist recht schön vorgetragen, doch für meinen Geschmack daurte das Ganze jeweils zu lange. Vor allem Ferreira und Scarione vertändelten regelmässig den Ball und verspielten so eine mögliche 2:0 Führung für Thun. Die Neuenburger ihrerseits suchten ihr Glück immer wieder bei der Nr. 21. Ein üblicher Angriff der Xamaxien endete meist damit, dass Mata Coly mit einem hohen Ball in die Mitte gesucht wurde. Das war leicht auszurechnen und die Thuner Verteidiger konnten so, ab und zu auch mit etwas Glück, die Führung in die Pause nehmen. Neben mir sass übrigens der Vater von Roman Friedli. Die Nr. 6 der Thuner sollte später in der 85. Minute eingewechselt werden und den FCT beinahe noch ins Glück schiessen. Beinahe.
Die zweite Halbzeit startete wie die Erste geendet hatte. Mit den Neuenburgern im Angriff. Wobei vorerst die wirklich guten Chancen ausblieben. Auch die Thuner Konter wurden nicht merklich besser. Offensiv muss da einfach noch mehr gehen. Diese Xamax-Abwehr wäre zu knacken gewesen. So ab der 70. Minute verstärkte Xamax den Druck und kam durch einen Rossi-Freistoss zu einem Lattenschuss. Auch sonst brannte es mehrmals lichterloh im Thuner Strafraum. Die Neuenburger Stürmer scheiterten aber regelmässig, entweder am eigenen Unvermögen oder am starken Bettoni. Schlussendlich kam es so wie es kommen musste. Nach einem fragwürdigen Freistosspfiff des Schiris konnte Bettoni nur ungenügend mit den Fäusten abwehren. Der Ball landete am Knie von Moreno Merenda und flog zu unserem entsetzen ins Tor. Da war jetzt viel Pech dabei. Aber Thun war auch selber schuld, wieso liessen sie sich derart einschnüren.
In der Folge gab es einen offenen Schlagabtausch. Beide Teams versuchten mit einem Lucky-Punch das Spiel zu entscheiden. Chancen dazu ergaben sich auf beiden Seiten. Zu erwähnen gibt es auf Thuner Seite den strammen Schuss von Gavatorta welchen Zubi gerade noch in Corner lenkte. A Propos Corner. Ich habe noch selten ein Spiel gesehen in welchem das Schiri-Trio so viele Fehlentscheide fällte was Einwürfe, Corner und Freistösse anbelangt. Unglaublich. Aber typische ASL-Schiris halt.
So endete diese unterhaltsame, aber von vielen, vielen unzulänglichkeiten auf beiden Seiten geprägte Partie mit 1:1. Gemessen an den Chancen hätte Xamax gewinnen müssen. Wobei auch die Thuner mehrmals nahe am zweiten Treffer waren. Mit etwas mehr entschlossenheit im Angriff wäre ein Dreier, und damit meine ich drei Punkte, möglich gewesen.